Reiseberichte

Anfang 2017 nahmen wir die Zusammenarbeit mit unserem neuen spanischen Partnertierheim APAN auf. Wenige Monate zuvor wurden wir von der Tierheimleiterin von APAN („Protectora APAN“) kontaktiert und um Hilfe gebeten. Unsere spanische Tierschutzfreundin Silvia steht in gutem Kontakt zu dem dortigen Tierheimteam und lobte dort unsere Tierschutzarbeit. Danke für Deine lieben Worte Silvia 😊!

Um uns einen persönlichen Eindruck von dem Tierheim und den Gegebenheiten vor Ort zu verschaffen, machten wir uns eine Woche vor Weihnachten auf die Reise nach Spanien. Natürlich stand auch der Besuch in unseren beiden spanischen Partnertierheimen Rodamon und Figueres auf dem Programm. Wir trafen unsere liebe Kollegin Christa, mit der wir gemeinsam abends die beiden Tierschutzfreundinnen Renate & Anja vom Verein Hundeoase überraschten. Die beiden Mädels fuhren nämlich ihre letzte Tierschutztour zum Jahresende und befanden sich zum selben Zeitpunkt in Spanien. So konnten wir Christa bei der Übergabe von ein paar Glückshunden behilflich sein. Renate und Anja staunten nicht schlecht und die Wiedersehensfreude war riesengroß 😍. Auch staunten wir nicht schlecht über das neu designte Transportfahrzeug der Hundeoase, welches nach dem Motto „Pimp My Ride“ in ein sehr gelungenes, hündisch-schönes Fahrzeug verwandelt wurde 😍 (mehr dazu hier: https://de-de.facebook.com/hundeoase/posts/1197910140256490).

Bevor wir am nächsten Tag die Tierheimleiterin Núria von APAN trafen, machten wir vorher noch einen Abstecher zum Supermarkt und kauften dort einige Futtersäcke für die Tierheimhunde ein. Gut gelaunt und voller Tatendrang fuhren wir sodann gemeinsam mit Núria durch die wunderschöne Landschaft Richtung Tierheim, nur ca. 10 Autominuten vom eindrucksvollen Bergmassiv „Montserrat“ gelegen. Das Tierheim APAN liegt knapp 70 km nordwestlich von Barcelona entfernt, ländlich inmitten einer malerischen Landschaft umgeben von Feldern und Wiesen. Beste Bedingungen und der ideale Platz für ein Tierheim. Nachdem es bei unserer Landung in Barcelona in Strömen regnete, war der Wettergott nun gnädig gestimmt und bescherte uns mit schönem Wetter und einem blauen Himmel. Bei Ankunft im Tierheim wurden wir sehr herzlich empfangen und Núria nahm sich sehr viel Zeit und führte uns durch das gesamte Tierheimgelände und erzählte uns viel Wissenswertes rund um das Tierheim. Das gesamte Areal erstreckt sich über mehrere Hektar und ist somit sehr weitläufig und groß im Vergleich zu anderen Tierheimen und bietet demgemäß sehr viel Raum und Platz für sämtliche Tiere. Das Tierheim APAN beherbergt nämlich neben vielen Hunden und Katzen auch Kaninchen, Ziegen, ein Schaf und mehrere vietnamesische Hängebauchschweine, die aus einer Beschlagnahmung stammen.
Auf dem Areal befinden sich u.a. ein kleines massives Wohngebäude sowie ein ausgedientes, aber noch gut erhaltenes Mobilheim, welches von ehemaligen Obdachlosen und sozial benachteiligten Menschen bewohnt wird. Hier im Tierheim APAN werden sozial benachteiligte Menschen nämlich mit in die Arbeit einbezogen; sie erhalten somit eine neue Perspektive und finden durch ihren Einsatz einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt und das soziale Leben. Eine großartige Idee wie wir finden! Das Tierheim ist somit auch immer Tag und Nacht, also rund um die Uhr besetzt und die Tiere sind nie alleine!
Die Hundezwinger im Tierheim APAN sind sehr gepflegt und sauber und niemals überfüllt. Alle Zwinger sind mit Hundehütten ausgestattet, die in der kalten Jahreszeit mit Stroh ausgebettet werden. Das Wohlergehen der Tiere liegt APAN sehr am Herzen, daher richtet sich die Unterbringung auch nach den Bedürfnissen der Hunde entsprechend ihrem Alter, ihrer Größe, Verträglichkeit und ihres Temperaments. Während die Zwinger morgens gereinigt werden, dürfen die Hunde nach Herzenslust im Freilauf spielen und toben. Im Tierheim stehen auch eine Quarantänestation, ein OP-Raum und mehrere beheizte Krankenzimmer mit zusätzlicher Wärmelampe zur Verfügung. Im vierteljährlichen Turnus reist eine deutsche Tierärztin an um die kranken Tiere zu behandeln und Kastrationen durchzuführen. Für dringende Termine und Notfälle wird der spanische Tierarzt vor Ort konsultiert.
Die Tierheimleitung legt sehr viel Wert auf Vermittlungen in gute, verantwortungsbewusste Hände. So werden alle spanischen Adoptanten vorher in ihrem Zuhause besucht (Vorkontrolle), bevor sie ein Tier adoptieren dürfen. Dies ist leider eher die Ausnahme in Spanien. Die traurige Realität zeigt oft, dass man Hunde vor Ort möglichst schnell loswerden möchte und sie achtlos & leichtfertig an ungeeignete Menschen vermittelt. Hunde, die in Freiheit geboren und aufgewachsen sind, also sog. „wilde“ Straßenhunde, sieht man in Nordspanien in den letzten Jahren nur noch selten. Meist handelt es sich bei den Fundhunden um ausgesetzte Hunde, die aus Zeitmangel oder Altersgründen, wegen Überforderung, aus finanziellen Gründen oder aus mangelndem Interesse, verstoßen wurden. Die Hunde werden eingefangen und landen daraufhin im Tierheim. Zum Schutz der Hunde sind Vorkontrollen – auch im eigenen(!) Land – daher enorm wichtig!
Die Katzengehege in APAN sind sehr großzügig und liebevoll eingerichtet; in jedem Gehege befindet sich mindestens ein Gartenhäuschen ausgestattet mit warmen Decken, Körbchen und Kratzbäumen. Die hohen Tannen sorgen im Sommer für schattige Plätze zum Verweilen. Ein toller Hundepool bietet auch im Sommer eine kühle Erfrischung und willkommene Abwechslung für die Hunde an. Apropos Abwechslung… Den Hunden wird es hier eigentlich nie langweilig. Täglich kommen zahlreiche Besucher ins Tierheim um die Hunde zum Spaziergehen auszuführen oder einfach um kostbare Zeit mit ihnen zu verbringen. Die Tierheimbetreuer und Volontäre beschäftigen und kümmern sich alle sehr liebevoll und innig um die Tiere und sie kennen die Charaktereigenschaften und Eigenheiten der einzelnen Hunde sehr gut. Dieses Wissen ermöglicht eine individuelle Einschätzung, ob Tier und Mensch gut zusammenpassen. Die gesamte Organisation in APAN ist sehr vorbildlich. Die Tierheimbetreuer engagieren sich hier in APAN mit sehr viel Hingabe und Herz für die Tiere und die Tierschutzarbeit von APAN beschränkt sich nicht nur auf die Vermittlung von Hunden; APAN macht auch auf viele wichtige Projekte aufmerksam und sie leisten aktive, umfassende Aufklärungsarbeit vor Ort.
In Spanien findet in Sachen Tierschutz allmählich ein Umdenken statt. Doch trotzdem sind viele Tierheime überfüllt; insbesondere erwachsene Mischlinge und ältere Hunde haben es sehr schwer. In südlichen Ländern ist es leider noch recht üblich, sich unüberlegt einen kleinen Welpen oder Junghund anzuschaffen. Aus dem niedlichen Welpen wächst ein lebhafter, pubertierender Hund heran, der sich schnell als „lästig“ erweist und den Halter überfordert. In Spanien ist es leider auch üblich, Welpen in Zooläden anzubieten oder gar auf dem Wochenmarkt. Auf Kosten der Tiere werden Geschäfte mit oft hohem Gewinn erzielt und auch die Seriosität mancher „Tierschützer“ hierzulande ist diesbezüglich höchst zweifelhaft. Der Freikauf eines Welpen/Junghundes aus einem spanischen Tierheim ist meist mit deutlich geringeren Kosten verbunden, als der Freikauf eines kastrierten, erwachsenen oder älteren Hundes. Auch den jungen Hunden möchten wir helfen, aber unser Schwerpunkt liegt weiterhin auf die Vermittlung von erwachsenen, schwer vermittelbaren und älteren Tieren. Auch in APAN benötigen gerade diese Hunde dringende Unterstützung und so freuen wir uns schon sehr, auf eine tolle Zusammenarbeit mit der Tierheimleiterin Núria und ihrem Team vom Protectora APAN 😊!!!

Unsere Reise und der Besuch in den Partnertierheimen in Katalonien gingen leider viel zu schnell zu Ende, aber es war eine rundum tolle Reise mit vielen positiven Eindrücken und neuen, sehr netten Bekanntschaften und wir freuen uns schon jetzt sehr auf das nächste Wiedersehen mit unseren zwei- und vierbeinigen Tierschutzfreunden in España 😊! Danke auch an die überaus sympathische Stewardess aus Rüsselsheim, die wir auf dem Rückflug kennenlernten und sich als Flugpatin für künftige Ausreisetiere anbot 😊!! Welch ein schöner Abschluss unserer Reise… 😊

Impressionen und Eindrücke unseres Tierheimbesuchs finden Sie/findet Ihr in unserem Fotoalbum. Viel Spaß wünschen wir beim Anschauen der Bilder 😊:

FOTOALBUM-Besuch-TH-APAN

Eure/Ihre Katrin & Kim vom Team Heimatlose Hunde e.V.

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Eine unvergessliche Reise mit Renate & Anja von der Hundeoase:
https://www.hundeoase.org/unser-transport-engel/spanien-tour-mai-2016/

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One Way Ticket ins Glück – Barcelona – Frankfurt. Brenda’s Flug in die Freiheit!

Nachdem Hündin Brenda aus dem Tierheim Figueres ein Zuhause in Aussicht hatte und leider auch Opfer von Beißattacken wurde, beschloss ich kurzerhand nach Spanien zu fliegen um Brenda schnellstmöglich nach Deutschland in Sicherheit zu bringen. Noch immer bestürzt über das erst kürzlich traurige Schicksal der Hündin Juanita, waren die Sorgen um Brenda groß, die jetzt auch auf ihren gepackten Koffern saß. Sollte auch dieser Hoffnungsschimmer auf einen Aufbruch in ein würdevolles Hundeleben zerplatzen…? Ein passender Flug war schnell gefunden, jetzt noch ein Anruf bei der Airline um eine Box im Frachtraum anzumelden und wenige Tage später konnte der Tagestrip nach Barcelona beginnen. Auf den restlichen 100km im Anflug auf Barcelona wurden wir Passagiere mit einem wunderschönen Ausblick auf das Mittelmeer bei strahlendem Sonnenschein belohnt – eine herrliche aufheiternde Wohltat nach dem tagelangen grau-in-grau Winter-Schmuddelwetter in Frankfurt. Am Flughafen Barcelona angekommen traf ich Hündin Brenda und unsere liebe Kollegin Christa wieder, die eigens für die Übergabe von Brenda den weiten Weg von Figueres nach Barcelona angereist war (einfache Strecke = 150km!). Bis zu Brenda’s & meinem Abflug noch am selbigen Abend, blieb noch genügend Zeit für Kaffee & Kuchen im lokalen Flughafen-Café, in dem Brenda sich ausgesprochen vorbildlich & brav verhielt – als ob sie wüsste, es gehe bald – im wahrsten Sinne des Wortes – bergauf…:-)! Am Check-Inn Schalter verlief das Einchecken reibungslos, das Bodenpersonal war sehr nett und hilfsbereit und freute sich mit uns, dass Brenda in eine bessere Zukunft reisen darf. Nun stand der Moment der Wahrheit bevor. Der Moment auf den wir mit Anspannung gewartet hatten: Wird Brenda problemlos in die Transportbox hineingehen – ohne Angst und Panik? Und tatsächlich – zu unserem Erstaunen zeigte Brenda keinerlei Ängste, freiwillig betrat sie die Box und wir waren uns sicher, die intelligente Hundedame wusste um den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt. Christa und ich verabschiedeten uns und obwohl noch genügend Zeit bis zum Boarding blieb, eilte ich in Richtung des Flugsteigs. Bei dem Gedanken, den Rückflug zu verpassen, wurden meine Schritte immer schneller… Durch die große Fensterfront am Flugsteig entdecke ich draußen direkt vor dem Flieger die Box mit Brenda und bin sehr ergriffen und voller Freude für diese warmherzige sanfte Hundedame, die ich 2013 das erste Mal im Tierheim auf dem Boden ihres Zwingers kauern sah. „Flight LH1133 bound for Frankfurt is ready for boarding“ ertönt aus dem Lautsprecher. Noch während dem Anlegen des Sicherheitsgurtes, höre ich plötzlich ein gedämpftes Bellen durch die Flugzeugwände. Erschrocken zucke ich zusammen, blicke mich um und bin überzeugt, Brenda muss im Frachtraum wohl direkt unter mir sitzen. Die Sorgen um Brenda sind wieder präsent, doch glücklicherweise beruhigt sich Brenda schnell wieder. Vielleicht wollte Brenda mir auch nur ein Zeichen nach oben geben, dass sie sich freut und alles ok ist. Nach einem ruhigen angenehmen Flug ohne Turbulenzen erreichen wir Frankfurt. Gespannt und überglücklich warte ich im Gepäckbereich am gesonderten Schalter für Sperrgut auf Brenda. Plötzlich höre ich sie wieder und schon im selben Moment taucht die Box mit Brenda am Gepäcklaufband auf. Willkommen in Deiner neuen Heimat liebe Brenda ♥. Brenda schaut mich schwanzwedelnd durch das Gitter ihrer Box an, mir fällt ein Stein vom Herzen. Behutsam öffne ich die Gittertür und hole Brenda aus ihrer Box heraus. Zusammen mit Brenda an der Leine und dem Gepäckwagen mit der Box verstaut, steuern wir auf den Ausgang zu, wo Brenda schon sehnsüchtig von ihrem neuen Frauchen erwartet wird. Bei den beiden Damen ist es Liebe auf den ersten Blick, ein sehr bewegender Moment und auf Anhieb ist klar, es hat so sollen sein, Zwei- und Vierbeiner haben sich gesucht und gefunden. Liebe Brenda, wir wünschen Dir in diesem Sinne alles erdenklich Gute für Deinen Start in eine neue glückliche Zukunft. Ganz herzlichen Dank an Monika K., die Brenda einen Platz in ihrem Herzen & ihr ein behütetes Zuhause in Geborgenheit geschenkt hat. Und ganz lieben Dank an meine Freundin Mechthild, die Brenda’s Vermittlung möglich machte! Muchas Gracias auch Dir liebe Christa für Deinen unermüdlichen großherzigen Einsatz für die Figuereshunde! Februar 2015

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Möchten auch Sie Flugpate/Flugpatin werden und unseren Tieren in ein schönes neues Leben verhelfen, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme :-)!

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„Ultrakurztrip nach Katalonien“ oder „22 Stunden die sich gelohnt haben“!

Spontan und gleich in die Tat umgesetzt wurde die Ausreise von Rocky (ehemals „Lucki“), Inez (ehemals „Tula“), Mogli und Chilli organisiert. Nach einer kurzfristigen Flugbuchung, der schnellen Suche eines geeigneten Mietautos, dem Hoffen auf ausreichend Kapazität im Frachtraum und in der Kabine, der Koordination mit Christa und Edel konnte es am 5.12. endlich losgehen. Mit meinem Papa als Unterstützung, einer leeren Transportbox und großer Vorfreude sind wir um 17 h in Girona gelandet. Der Vitobus passte perfekt, der Weg ins Hotel war kurz, die Nacht in Girona dann ein bisschen länger 😉 Natürlich musste es auch diesmal unbedingt das „Txalaka“ sein. Aber das ist eine andere Geschichte…
Dass wir uns am Samstag ein wenig verspätet in Figueres eingefunden haben, lag allerdings am Navi. Der beste aller Ehemänner hat nämlich die Spanienkarte aktualisiert und gleich gelöscht. Danke übrigens dafür 😉
Wir wurden bereits von Christa erwartet und die Aufregung war groß. Zuerst wurde Tula ( Inez ) herausgebracht. Die alte Dame sah uns etwas verwundert an, als sie in den mitgebrachten Wintermantel gesteckt wurde. Nach dem Motto : „viel schlechter kann es nicht mehr kommen“ ist sie bereitwillig in den Bus geklettert und hat uns skeptisch beobachtet.
Dann wurde Rocky geholt, wie erwartet ein freundliches Energiebündel. Stürmisch hat er uns begrüßt und so getan, als würde er uns schon ewig kennen. Kein Problem junger Mann, wir bekommen dich schon in den Griff !
In der Zwischenzeit war auch Edel mit Mogli und Chilli aus Rodamon eingetroffen. Wie bekommt man einen Sack Flöhe in zwei Transporttaschen ? Ganz einfach, mit 8 Händen und Geduld klappt auch das irgendwann. Schnell noch die Papiere übernommen, von den lieben Damen verabschiedet und schnurstracks auf den Weg Richtung Barcelona gemacht. Wir hatten ja noch 150 km vor uns und der Verkehr auf dieser Strecke ist unberechenbar. Irgendwann auf halber Strecke musste dann doch Zeit für einen Kaffee sein. Zu unserer Schande, an einer Tankstelle und aus dem Automaten.
Zeitmäßig lagen wir voll im Plan und somit konnten wir sogar noch einen ausgedehnten Strandspaziergang mit unserer heiklen Fracht machen. Die Freude der Hunde war groß und es war schön zu sehen, wie sie die neue und ungewohnte Freiheit genossen.
Am Flughafen angekommen, schnell das Auto zurückgegeben und mit Herzklopfen und im Schneckentempo zum Checkin geschlichen. Inez hatte es nicht eilig und beinahe machte es den Eindruck als wolle sie sich in aller Ruhe von ihrer alten Heimat verabschieden.
Mogli und Chilli lagen gewichtsmäßig deutlich über der erlaubten Grenze für Hunde in der Kabine. Zum Glück wurden sie nicht nachgewogen und die Herzfrequenz konnte sich wieder beruhigen. Der Name der Airline wird hier fairerweise nicht verraten, ABer sie ist sicherlich die erste Wahl bei Reisen mit Tieren 😉
Jetzt musste nur noch der Securitycheck mit Rocky und Inez absolviert werden. Die Betreuung der Hunde am Flughafen Barcelona ist immer ausgesprochen nett und somit verlief auch dieses Prozedere völlig unproblematisch. Beide Hunde wurden in ihre Boxen gesetzt und sie wirkten völlig entspannt und gelassen. Das mitgegebene Beruhigungsmittel könnte getrost entsorgt werden.
Jetzt fehlte nur noch unser eigener Securitycheck gemeinsam mit Mogli und Chilli. Dieser gestaltete sich schon ein wenig schwieriger denn sobald die kleinen Mäuse keinen Sichtkontakt zueinander hatten, veranstalteten sie sofort ein Heulkonzert welches für großes Aufsehen sorgte. Aber auch dieses Problem konnte rasch gelöst werden und die zwei Flugstunden vergingen ohne einen Mucks der beiden Schwestern.
Nach der Landung in Wien wurde ein kleiner Heimvorteil genützt und der kürzeste Weg zur Großgepäcksausgabe gewählt. Die Boxen mit Rocky und Inez standen schon da und wir wurden schwanzwedelnd begrüßt. Inez durfte ihre Box gleich verlassen und ihre Adoptanten staunten nicht schlecht, als ihnen die Granddame entgegen wackelte. Auch Rocky`s Familie konnte es kaum erwarten bis ihr Liebling endlich aus der Box geholt wurde. Die Freude war groß auf allen Seiten aber ein bisschen ist der Abschied dann doch auch schwer gefallen. Mit der Gewissheit, sie in ein schönes, behütetes Leben zu entlassen haben wir uns dann von unseren lieben und braven Passagieren verabschiedet. Wir mussten ja auch noch Mogli und Chilli an ihr neues Frauchen übergeben, die uns ein Stück der Strecke entgegen kam. Auch hier war die Freude groß und somit war unser Kurztrip ein voller Erfolg. Es war uns eine Ehre die Hunde ein ganz kurzes Stück in ihr neues Leben begleiten zu dürfen und wir werden das sicher bei Gelegenheit wiederholen. Ein ganz großes Danke an alle Beteiligten für die perfekte Organisation und den reibungslosen Ablauf. Dezember 2014

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SOMMER 2013:

Figueres: Mit einem sehr mulmigen Gefühl fahre ich am nächsten Morgen in das Tierheim Figueres. Auf der Fahrt dorthin kreisen die Erinnerungen von meinem letzten Besuch in meinen Gedanken. Ich habe mir fest vorgenommen, zu „funktionieren“, ich möchte u.a. so viele Fotos & Informationen bekommen wie möglich. Das Tierheim liegt in einem Gewerbegebiet, das u.a. auch aus Wohnhäusern besteht. Am Ende einer Straße (Sackgasse) inmitten mehrerer Wohnhäuser ist das Tierheim. Auf dem Weg dorthin fällt mir auf, dass keinerlei Wegweiser zum Tierheim existieren und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen, insbesondere Einheimische, nicht einmal wissen, dass es dieses Tierheim gibt – oder sie es nicht wissen wollen! Mit Christa, einer lieben Tierschützerin, die sich zusammen mit Birgit unermüdlich für die Figueres-Hunde einsetzt, bin ich knapp 3 Stunden im Tierheim. Ich bewundere Christa’s Geduld & ihren ausdauernden Einsatz bei all dem Stress & Elend. Wir gehen von Zwinger zu Zwinger und ich entdecke auch unsere Hunde die wir auf unserer Website haben – ein sehr bewegender Moment, sie nun persönlich kennenlernen zu dürfen. Die Zwinger sind zum größten Teil maßlos überfüllt. Die hoffnungslosen und traurigen Augen, die Hunde drängen sich an die Gitterstäbe und buhlen verzweifelt um unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung, während andere sich bereits aufgegeben und resigniert haben, teilnahmslos bleiben sie auf ihren verdreckten alten Zwingerböden liegen. In einigen Zwingern herrscht eine enorme Anspannung unter den Hunden, ständig mit heftigen Beißereien, oftmals mit tödlichem Ausgang. Manch einer sitzt am ganzen Körper zitternd mit weit aufgerissenen Augen in der hintersten Ecke gequetscht und fürchtet um sein Leben. Erst wenige Tage zuvor wurde die Hündin „Benita“ so heftig gebissen und schwer verletzt, dass sie schon eingeschläfert werden sollte. Zum Glück konnte Christa dies noch verhindern und entschied, Benita mit zu sich nach Hause in Pflege zu nehmen (weiter unten, Fotos von Benita).

Ich lerne José, den Tierheimleiter kennen, der sich seit Übernahme der Leitung im Oktober ’12 große Mühe gibt um Schritt für Schritt bessere Bedingungen für die Tiere zu schaffen. Doch dies ist dem Vorstand des Tierheims – bestehend aus alten uneinsichtigen sturen Menschen – ein Dorn im Auge. Es ging so weit, dass man José kürzlich sogar den Schlüssel für das Tierheim abnahm. Weiterhin wurde z.B. die Nutzung, des durch José’s Engagement fertiggestellten Auslaufs, verboten, da sich Nachbarn über das Hundegebell beschwerten. Der große Auslauf auf einer schönen grünen Rasenfläche liegt somit nun brach. Diese äußerst frustrierende Situation hat zur Folge, dass José’s anfängliche Motivation leider etwas nachgelassen hat. Doch es gibt noch Hoffnung. Durch den Druck der Öffentlichkeit sowie diversen Petitionen, soll noch in absehbarer Zeit eine Hauptversammlung einberufen und somit ein neuer Vorstand aus engagierten Menschen gewählt werden, die es mit den Tieren hoffentlich gut meinen werden. Wir werden weiter berichten…

Rodamon: Am nächsten Tag fahre ich mit Edeltraut nach Palafrugell in das Rodamon-Tierheim. Edeltraut, die in Spanien unweit des Tierheims lebt, ist derzeit die einzige deutsch- und spanisch sprechende Kontaktperson, die bei Anfragen und Vermittlungen der Tiere aus Rodamon behilflich sein kann. Konkrete Hilfsangebote von vor Ort ansässigen Deutschen blieben bisher leider aus. Wenn Sie gerne Edeltraut vor Ort helfen möchten – egal in welcher Form -, scheuen Sie sich nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen – wir sind über jede Hilfe dankbar!
Das Tierheim Rodamon liegt direkt an der Autobahn C-31 Richtung Palafrugell. Dank einer großzügigen Spende eines hoch motivierten und tierlieben Schweizer Ehepaars, konnte das Tierheim vor einigen Jahren auf Vordermann gebracht werden. So wurden alle Zwinger nach und nach erneuert und mit wetterfesten Hundehütten ausgestattet. Weiterhin wurden große Auslaufflächen errichtet bzw. angebaut, in denen die Hunde mit ihren Artgenossen viel rennen & toben können und somit für tägliche Abwechselung sorgen. Der Unterschied zu dem Tierheim in Figueres ist unverkennbar! Sofort fällt auf, die Tiere sind in einem sauberen gepflegten Zustand und die Tierheimmitarbeiter kümmern sich hier alle sehr liebevoll um die Tiere. Auch Gassigeher sind hier mehr als willkommen. Bei unserer Ankunft ist der Schotterweg zum Tierheim bereits mit Besucher-Autos voll belegt. Beim Ausführen der Hündin „Dorle*“ begegnen uns eine Reihe freundlicher junger Spanier, die ebenfalls Hunde aus dem Tierheim ausführen. Auf dem Rückweg zeigt Edeltraut mir die Hundeklappe, ein Zwinger im Außenbereich mit einer Wasserschüssel ausgestattet. Hierin wurde die Hündin „Rhesa“ eines Morgens aufgefunden, einsam, verlassen und abgeschoben. Wer weiß was mit ihr passiert wäre, wenn es die Hundeklappe nicht gäbe… Rhesa hatte im Nachhinein sehr großes Glück. Die einst traurige Hündin haben wir an ausgesprochen tierliebe Menschen vermitteln können, die sie mit jeder Menge Liebe & Zuwendung verwöhnen. In diesem Sinne noch mal ein ganz herzliches großes Dankeschön an Familie Heuer :-)!
Spätestens als wir Dorle in ihren Zwinger zurückbringen müssen, wird uns wieder bewusst, auch wenn ein Tierheim noch so schön sein kann – kein Tier ist in einem Tierheim glücklich, sie sehnen sich alle nach einer Familie und einem geborgenen Zuhause. Dorle dreht sich mehrmals nach uns um und sucht den Blickkontakt. Die Tochter kämpft mit den Tränen und mir tut es in der Seele weh, diese wundervolle Hündin zurücklassen zu müssen. In Rodamon sitzen überwiegend große und ältere Hunde. Ihre Vermittlungschancen in Spanien sind so gut wie aussichtslos. Auf unserer Homepage haben wir einige Hunde aus Rodamon vorgestellt. Aus organisatorischen Gründen können wir sie jedoch leider nicht alle einstellen. Schauen Sie bitte auf der Rodamon Website, diese ist auch in deutscher Sprache online (oben rechts auf DE klicken). Wenn ein Hund Ihr Interesse geweckt hat, bitte kontaktieren Sie uns, wir sind bei der Vermittlung gerne behilflich:
http://www.aparodamon.com/?page=adopcions

*Udate: Dorle haben wir inzwischen an eine tierliebe Familie vermitteln können :-)!!!